Das Jahr im Garten

März 2023

Es ist Frühling- alles befindet sich im Aufbruch: Die Wolken, die unversehens aufreißen, um die warme Märzsonne passieren zu lassen. Die schwellenden Triebknospen von Rosen und Obstbäumen. Die aufspringenden Samenschalen von Möhren und Tomaten. Für uns das Signal, die Wintermüdigkeit abzuschütteln und aktiv zu werden! Gehölzschnitt, Boden lockern oder Umgraben, Kübelpflanzen umtopfen- bringt Bewegungsmuffel wieder in Schwung! Übrigens können auch wenige Quadratmeter Balkon viel zu Aktivität und Wohlbefinden beitragen, nicht nur für uns Menschen! Richtig gestaltet bringt er auch zahlreichen Vögeln und Insekten Raum zur Entfaltung.

Zimmer / Haus

Streptocarpus oder Drehfrucht ist eine exotische, aber pflegeleichte Zimmerpflanze. An Standorten mit Morgen- oder Abendsonne blüht Sie von März bis in den Herbst hinein. Idealtemperatur ist für das mit dem Usambaraveilchen verwandte Gewächs zwischen 15- 23 °C. Regelmäßiges Düngen (alle 2 Wochen) sowie Gießen nicht über die Blätter, erhalten die Schönheit! Wer seine Streptocarpus selbst vermehren möchte, kann dies mit 3 cm breiten Blatteilstecklingen (Blatt quer teilen, nicht Stiel und Kopfende verwenden!) probieren. Die Blatteile werden jeweils mit der unteren Ende(!) bis zur Hälfte in Aussaaterde gesteckt, hell (jedoch nicht sonnig) aufgestellt und mit Frischhaltefolie abgedeckt. Nach 2-3 Monaten zeigen sich erste Pflänzchen, die dann pikiert werden. Wer mit Kübelpflanzen beim Umtopfen Probleme hat, diese aus dem alten Topf zu bekommen, sollte den Erdballen vorher gut wässern und ggf. mit einem langen Messer innen an der Topfwand entlangfahren, so löst sich dieser leichter aus dem alten Topf. Das neue Gefäß sollte 2-5 cm größer gewählt werden.

Gemüsegarten

Steckzwiebeln sollten ab Mitte März- etwas später als Schalotten die schon Ende Februar in den Boden dürfen- gepflanzt werden. Sie sind zwar nicht empfindlich gegen Kälte, jedoch könnte zu tiefer Frost die Blütenbildung fördern. Wählen Sie Steckzwiebeln egal welcher Sorte maximal haselnußgroß, größere können bereits Blütenanlagen enthalten und bilden statt Zwiebeln nur Laub sowie bald einen Blütenschaft. Auch von angetriebenen und verschrumpeltem Pflanzgut sollten Sie die Finger lassen! Gegen Zwiebel, Möhren und Kohlfliegen sowie Raupenfraß an Kohlpflanzen hilft ein feinmaschiges Insektenschutznetz. Damit können die Übeltäter einfach ausgesperrt werden! In Alten Bauerngärten finden sich Wildblumen wie Fenchel, Beifuß, Wermut, wilde Möhre, auch kombiniert mit Feuerbohne und einjähriger Wicke oft als Rahmenpflanzung entlang des Zauns. In Versuchen konnte nachgewiesen werden, dass sich Schädlingsbefall in den Gemüsebeeten reduziert hatte. Manche dieser Pflanzen weisen Schädlinge ab, andere ziehen diese aus dem Gemüse an. Auf Ihnen entwickeln sich Nützlinge wie Marienkäfer und Schwebfliege in großer Zahl, dieser natürliche Pflanzenschutz sorgt wiederum für gesundes, chemiefreies Gemüse!

Ziergarten

Lavendel sollte jährlich zweimal geschnitten werden, damit er vital bleibt, sowie kompakt und buschig wächst. Kurz vor dem Austrieb je nach Region Mitte bis Ende März wird der Kleinstrauch in halbkugeliger Form um etwa zwei Drittel zurückgestutzt, wobei Sie darauf achten sollten, beim Schnitt im beblätterten Bereich zu bleiben! Der zweite Schnitt erfolgt unmittelbar nach der Blüte, dabei werden alle abgeblühten Stängel entfernt, die Triebspitzen aber nur leicht eingekürzt um den Strauch zu formieren und eine zweite Blüte anzuregen. Bei neuen Staudenbeeten ist gute Vorbereitung alles! Vor der Pflanzung der Stauden sollte der Boden tiefgründig gelockert werden und mit gut verrottetem Kompost und etwas Hornspänen aufgedüngt werden. Nervige Wurzelunkräuter wie Quecke, Girsch oder Ackerwinde sorgfältigst absammeln, damit keines der Rhizomstückchen im Boden verbleibt, dies erspart später viel mühselige Jätarbeit!

Obstgarten

Wurzelnackte Obstbäume sollten bis spätestens Monatsende auf alle Fälle jedoch vor dem Austrieb gepflanzt werden. Bei der Pflanzung stets auf die Veredlungsstelle achten, diese sollte immer über der Erde bleiben, da sonst der Edeltrieb einwurzeln kann. Dies führt später meist zu unkontrollierbarem Wachstum des neuen Baumes. Bei Pflanzung im März können die neuen Gartengenossen über den Sommer gut einwurzeln, müssen jedoch in trockenen Wochen entsprechend gewässert werden. In Wühlmausreichen Gegenden empfiehlt sich die Bäumchen in einen entsprechend großen Korb aus Hasendraht zu pflanzen! Wer seine Beerensträucher vermehren möchte, kann jetzt Steckhölzer von Johannisbeere, Hollunder oder Stachelbeere in den tiefgründig gelockerten Boden stecken. Die Hölzer werden aus diesjährigen Trieben ohne die Triebspitzen, etwa Bleistiftlang geschnitten und zu 2/3 in die Erde gesteckt. Bitte darauf achten, dass die Unterseite beim Stecken auch unten bleibt! Gute Ergebnisse lassen sich an schattigen feuchten Stellen im Garten erzielen.

 

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